AAA Gerne wieder!

In der Servicewüste Schweiz geschehen tatsächlich noch Zeichen und Wunder!
Kürzlich erlebt beim online Blumenversand Fleurop:

Zunächst war ich ja etwas genervt, dass bei den Bestellfeldern nicht nur meine Adresse und Telefonnummer, sondern auch die der Empfänger einzugeben waren, geb ich ja zu. Aber wenigstens weiss ich nun wozu das Ganze gedacht ist und dass die Datenklauberei durchaus Sinn ergibt.

Als das Display meines Natels eine verwirbelte Telefonnummer anzeigte, wunderte ich mich zunächst, welcher Banker an einem Samstag wohl etwas von mir wolle.
Doch es war "nur" eine freundliche Dame von Fleurop, die mir beschied, dass die Empfänger des Strausses eine Woche später als geplant aus den Ferien zurückkommen würden und fragte, ob es mir recht wäre, wenn der Strauss erst dann ausgeliefert würde.
Ja wenn das geht, gerne!

Whow! Ich dachte, ich fall um! Das nenne ich Service! Wie sie das mit dem Urlaub wohl rausgekriegt hatte? Die nette Dame hat sicher den halben Morgen herumtelefoniert, nur um den Strauss zum optimalen Datum überreichen zu können! Alle Achtung!

Und es hat tatsächlich geklappt, wie ich mich inzwischen überzeugen konnte. Allerdings hätte ich mir unter einem DeLuxe-Strauss ein etwas grösseres Modell vorgestellt, aber egal. Die Beschenkten hatten Freude daran und das ist schliesslich die Hauptsache (auch wenn sie mich jetzt wahrscheinlich für etwas geizig halten).

MaleDiva (Teil II)

Für alle die MaleDiva im Miller's Studio verpasst haben:

Am Freitag, 20.5.05 und am Samstag, 21.5.05, jeweils 20.00 Uhr treten die beiden im Casinotheater Winterthur auf!

Es lohnt sich wirklich (sofern man intelligenten Humor mag).

Wiederentdeckt - Die blaue Ente

Die Blaue Ente, für viele in einem Atemzug nennbar mit Baby Schimmerlos, Coupe Soleil, Lacoste-Poloshirts und sonstigem Cüpli-Kult aus dem goldenen Vorrezessionszeitalter war in meinem Ausgangsuniversum lange Zeit in "sweet oblivion" versunken. Doch das Relikt aus den 80er Jahren wo der hippe Werber aus dem Seefeld zu dinieren pflegte, hat einen eleganten Sprung ins 21. Jahrhundert hingelegt.

Letzten Samstag hat der Zufall uns wieder einmal dorthin verschlagen. Und die Überraschung war gross! Offenbar hat der Gerant gewechselt. Das Essen wird von geschultem Personal und nicht irgendwelchen ahnungslosen Möchtegernmodels serviert (eine wahre Rarität in Zürich) und das Essen ist - trotz manchmal etwas exotisch klingender Beschreibungen - phänomenal gut!

Ungewöhnliche kreative Küche empfängt den der sich darauf einlässt, aber nicht so etepetete, dass man es nicht mehr essen kann. Besonders zu empfehlen seien an dieser Stelle die Jakobsmuscheln in Kartoffelkruste, die optisch an Wollknäuel aus Grossmutters Nähkästchen erinnern, deren Inhalt einem aber auf der Zunge vergehen wie im Schlaraffenland. Auch der Burgunder Coq-au-vin (vor allem der dazu gereichte Truffel-Kartoffelstock!) ist sehr zu empfehlen, diesen hatte ich allerdings nur stiebizenderweise vom Teller meines Gegenübers gekostet. Aber alles in allem: Gerne wieder!

 

 

The 80ies are back!

Haha! Jetzt sind die Achziger aber definitiv zurück! Als ich heute im MANGO war, lief grad ein Cover von "You spin me around". Allerdings nicht von "Dead or Alive" sondern von irgendeinem Girlie mit Quäkstimme* intoniert. Tönte noch ganz lustig. Und macht an, mal wieder dem Original zu lauschen. Mal sehen ob ich das Tonband noch finde. Falls nicht, muss ich mir eben mal wieder "The wedding singer" reinziehen. Der Film ist so voller guter 80ies-Sounds und Billy Idol spielt Billy Idol - classic!

* Lyncht mich jetzt nicht, weil ich deren Name nicht weiss; Musikmässig bin ich inzwischen selber zum Gruftie mutiert... 

12 o'Clock Flasher Girl's erster Schultag

Zum diesjährigen Schulbeginn schwelgen viele Zeitungen in Nostalgie. Überall gibt es Berichte ehemaliger SchülerInnen über ihren ersten Schultag zu lesen. Da muss auch 12 o'Clock Flasher Girl ran und ihren Senf dazugeben. :)

Es war ein regnerischer Aprilmorgen des Jahres 1978 - ja, damals war der Schulbeginn noch im Frühling, was ich übrigens als sehr motivierend empfand, denn so begann das Schuljahr gleichzeitig mit dem Erwachen der Natur, wenn alles beschwingt und im Aufbruch ist, und nicht am Ende der schönsten Jahreszeit, wenn man sich nur noch auf kurze Tage, Kälte und Sauwetter "freuen" kann. Aber was will man machen, wenn die ganze Welt Ende Sommer mit der Schule beginnt, kann man ja nicht ständig einen Extrazug fahren (Die ganze Welt? Nein, ein kleines Land, mitten in den Bergen Europas leistet erbitterten Widerstand...).

Es regnete also und war trübe und ich trotz Frühlingsgefühlen recht deprimiert, dass ich nicht mehr in den Kindergarten durfte, wo man doch so tolle Lieder und Gedichte lernte und (das war mir das wichtigste) den ganzen Tag zeichnen durfte. Ausserdem hatten mir die Nachbarskinder, die schon zur Schule gingen, gehörig Angst vor der Lehrerschaft gemacht, und mich wissen lassen, dass es sich da um eine gehörig fiese Spezies handeln würde, die vor allem mit beständigen Schimpfens und Strafen auf sich aufmerksam machen würde. Meine Eltern versuchten diese Befürchtungen zwar mit Engelsgeduld und viel gutem Zureden zu entkräften, dennoch hatte meine Mutter an diesem Morgen einen eher schwierigen Job, das Häufchen Elend mit den rotgeheulten Augen zum Mitkommen zu bewegen. Als kleine "Bestechung" gabs zwar einen nigelnagelneuen grünen Plüschpulli mit Kapuze, aber das half angesichts der zuvor genannten Aussichten leidlich wenig.

Im Schulhaus angekommen, kam ich mir unendlich klein vor, die Räume des um die Jahrhundertwende gebauten Schulhauses waren recht hoch und rochen nach diesem typischen Schulhausputzmittel.

Ein erstes Highlight war, dass alle Kindergartenkollegen meines Jahrgangs in meiner Klasse waren. Das war schon einmal etwas.

Die zweite positive Überraschung kam dann in Form unserer Lehrerin daher. Frau Farkas war nicht viel grösser als wir, hatte rote Locken und trug den typischen 70er-Jahre Katja-Eppstein-Folklorelook. Sie setzte sich gleich zu Beginn auf ein Holzgestell, das in der Mitte des Raumes stand, nahm die Gitarre zur Hand und sang uns ein Wilkommenslied. Frau Farkas hatte ab sofort 20 Groupies!

Nach dem Lied folgte eine kurze Performance in Form eines Marionettentheaters. Die Figur, ein rotgewandetes Zwerglein namens Muli, diente als "Teaser" für die Abenteuer, die er und seine beiden Brüder Mali (dicklich, blaues Outfit) und Moli (spindelürr, grünes Outfit) im kommenden Schuljahr im Leseland erleben würden (fragt mich jetzt nicht mehr wie das Abenteuer ausging, aber ich kann mich so vage erinnern, dass es so ähnlich wie bei Jim Knopf war). Auch hier flogen Frau Farkas die Herzen nur so um die Ohren.

Als schliesslich auch noch der Stundenplan zur Sprache kam und ich sah, dass einige Stunden der Woche dem Zeichnen gewidmet waren, war meine Welt wieder in Ordnung, und der Verlust des Kindergartens vorbei und vergessen.

Leider habe ich kein gescheites Foto gefunden, sonst wäre das jetzt hier gepostet. Aber das verwackelte etwas, das sich in meinem Album befindet, ist so vergilbt, dass es kaum was zum scannen hergibt. Muss mal bei meinen Eltern vorbei und fragen, ob sie vielleicht ein Dia gemacht haben. Mal schaun... auf jeden Fall mañana :)