Kanon der Populärkultur (Nachtrag)

Der Computer wars, der die NZZ-Leserinnen und Leser um die beliebte Kolumne gebracht hat. Der wollte das Brûlé'sche Mail partout nicht an die NZZ weiterreichen. Böser PC! Was sind wir doch erleichtert, zu wissen, dass die Kolumne nicht abgesetzt worden ist und wir in nächster Zukunft nicht auf einen stilvollen Start in die neue Woche verzichten müssen.

Nur schade, landen die Zeitungen nach Ende der Lektüre immer auf der Zeitungsbeige. Zu gerne würde man manchmal auf den einen oder anderen Tip zurückgreifen. Aber Schnipselsammeln liegt nicht jedermann und auch die Homepage der NZZ liefert diesbezüglich leider keinerlei Unterstützung.

Bleibt nur noch eines: Tyler Brûlé muss die gesammelten Kolumnen in Form eines Lifestyle-Nachschlagewerks veröffentlichen. So ein Buch ginge sicher weg wie frische Semmeln, wetten?

Kanon der Populärkultur

Lieber Herr Brûlé

Letzten Sonntag habe ich die NZZ lange erfolglos nach Ihrer Kolumne durchforstet. Was ist geschehen? Hat man Sie im Spa eines Ihrer Lieblingshotels eingeschlossen? Sind Sie auf Mauritius verschollen? Oder hat bloss ein unkundiger Postbote den Briefkasten der NZZ nicht gefunden?

Ich hoffe ja nicht, dass Ihre letzte Kolumne die allerletzte war. Das wäre nämlich bitterschade! So fremdartig einem die Namen der darin vorkommenden Designer und Geschäften manchmal vorkommen (ja ich weiss, man könnte diese auch im Internet nachgoogeln. Aber leider lese ich die Zeitung meistens während dem Zähneputzen und da kann man nicht so gut internetteln. Einmal ganz abgesehen von der fragwürdigen Ästhetik weisser Zahnpastaflecken auf schwarzen Laptoptastaturen) fühlt sich doch das Lesen Ihrer Texte sehr gut an und trägt massgeblich zum wohligen Sonntagmorgengefühl bei.

So hoffe ich doch schwer, demnächst wieder etwas Nettes geschriebenes von Ihnen zu finden. Sei es nun in der NZZ oder woanders.

Es grüsst Sie freundlich

Ihr 12 o'clock flasher girl

Max Goldt-Lesung

Mit der Sprache ist es wie mit Muskeln; wenn zu wenig trainiert, pflegen beide zu schrumpfen und zu erschlaffen.

Etwas Fitnesstraining in Sachen Eloquenz hätten meine Gehirnwindungen zur Zeit dringend nötig. Daher fand ich, es wäre gut, wieder einmal etwas von Max Goldt zu lesen. Denn seine Texte wirken wie ein Jungbrunnen, lassen einen eingefahrene Redewendungen vergessen und erinnern daran, dass es in der deutschen Sprache zahlreiche wohlklingende Wörter gibt, die im Einheitsbrei des Alltags schlicht vergessen gehen. 

Auf amazon.de entdeckte ich ein neues Buch von Herrn Goldt. "Nächte am offenen Fenster" heisst es, und war schneller bestellt, als der Titel entziffert werden konnte. Das Buch gibt es auch als CD - denn nur eines ist besser als Max Goldt lesen - Max Goldt zuhören, wie er seine Texte liest. Dennoch bleibe ich, in Ermangelung eines portablen CD-Players lieber beim Lesen.

Dummer-/glücklicherweise erhielt ich am selben Abend ein E-Mail einer Kollegin mit dem Hinweis, dass am Sechseläuten-Abend eine Lesung des Autors in der Reithalle stattfinden würde. Dummerweise, weil die Bestellung schon abgeschickt war (ich hätte zu gerne eine Widmung im Buch gehabt), glücklicherweise, weil ich schon lange auf eine solche Lesung gewartet hatte.

Wie immer waren die vorgetragenen Texte durchs Band amüsant und bezogen sich nicht ausschliesslich auf das neue Buch, so dass ich auch noch etwas zu lesen haben werde. Stutzig machte nur, dass Goldt in seinen heutigen Texten die (sparsame, wohlplazierte) Verwendung von Anglizismen durchaus gutheisst, während er diese im letzten Buch ("Der Krapfen auf dem Sims") in der Geschichte mit der "Meanwhile-Zicke" am liebsten ins Pfefferland gewünscht hätte (oder hätte er nur die "Meanwhile-Zicke" gerne ins Pfefferland gewünscht?). Egal, sei es wie es wolle, der Mensch ändert seine Meinung eben im Laufe der Zeit, was nicht per definitionem unsympathisch ist, attestiert es ihm doch eine gewisse Lernfähigkeit. :)

Auf jeden Fall war die Lesung sehr unterhaltsam, und ich kann es kaum erwarten, das Buch in Händen zu halten. Hoffentlich gibt es demnächst viele warme Abende die man schmökernderweise auf Balkonien verbringen kann!

Wo und wann die nächsten Lesungen stattfinden, erfährt man hier.

Business Class

Judihui! Ab heute ist Martin Suter's Kolumne "Business Class" im Tagesanzeiger-Magazin zu lesen!
Nebst Doris Knecht's "Mütterrudel-Mimi-Kolumne" ein weiteres samstägliches Highlight!

Freude herrscht!

Max Goldt: Der Krapfen auf dem Sims

Amüsante Alltagsbeobachtungen in absoluter sprachlicher Perfektion zu Papier gebracht. "Wie wahr" oder "wie gut, dass das endlich mal einer sagt", denkt man sich beim Lesen und schmunzelt oft. Zu toppen ist das Buch nur noch durch Lesungen vom goldenen Maxe. Die sind jedoch selten und immer sofort ausverkauft. Auch witzig: Goldt's Homepage.

Arthur Schopenhauer - Aphorismen zur Lebensweisheit

Arthur Schopenhauer, Du bist ein blöder, rassistischer Angeber und fliegst darum hochkant aus meiner Buchliste raus. So.

Sorry, Thuri, aber Deine abfälligen Bemerkungen über "die Neger" kann ich in meiner Empfehlungsliste nicht tolerieren. Auch wenn ich der politischen Inkorrektness Deiner Zeit durchaus Rechnung trage.

Aber ich will fair sein, und auch Dir eine gute Feder lassen: Ein enthusiastischeres Hohelied auf die Nerds dieser Welt habe ich noch nie zuvor gelesen.

Pottern oder nicht pottern

Letzte Woche: In allen Buch- und CD-Läden Flyers für Harry Potter-Events ohne Ende (Jubii!) Nein, Du bist nicht mehr 10. Nein, Du bist auch keine Mama und keine Marketinghostess, also nix Harry Potterparty. Wär ja peinlich! :(

Freitagabend: Hm, habe ich jetzt ein Exemplar vorbestellt oder nicht?

Samstagmorgen (Leerer Briefkasten): Wohl nicht.

Sonntagnachmittag: Sonnenschein, Marroniknuspern, leere Marronischalen auf der Bahnhofstrasse zertreten *krönsch* (macht Spass!), Buchhandlung Barth (offen, Berge von Potterbüchern), Moment schnell, *saus*, *ka-tsching*, "Macht 47.90, bitte.", Hey, schon wieder ein Goodiebag! Braucht jemand noch einen Potterpin? Hm, aber das silberne Buchzeichen ist wirklich schön! So jetzt noch schnell den Schopenhauer durchlesen und dann ist der Harry dran! Aber so was von dran!

Abt. Unterhaltungslektüre

*Jubel!* Endlich wieder ein "Lustiges Taschenbuch" im Briefkasten (auf das freue ich mich jeweils wie ein Kind). Als Erwachsener macht der Briefkasten ja sonst nicht viel Freude, beinhaltet er doch vor allem Rechnungen und manchmal sogar nette Briefchen vom Steueramt "Wir haben festgestellt, dass Sie uns aus dem Jahre 1991 noch CHF XY Fantastiliardenkrösusilionen.... schulden, zahlbar bis vorgestern...".

Da kommen die flachen bunten Geschichten von Donald & Co gerade recht. Und das beste daran: Man kann sie auch im Bad beim Zähneputzen lesen und vollkleckern und es ist völlig wurscht. :)

Schiller's Wilhelm Tell - one of the best books I have ever read!

In reference to our upcoming national holiday (1st of august) I feel the patriotic need to present a book which value is mostly unrecognized (especially by swiss citizens and hollywood directors).

Before last summer, when we read this book in our literature club, Schiller's William Tell was for me simply the yawning plot of one of those amateur open-air theatres played to amuse the japanese tourists in Berner Oberland.
But hey: Compared to JRR Tolkiens "Lord of the rings" there is action from the first page on! And really cool characters! And a perfect language on top of it!!!

During my readings I began to wonder why no modern hollywood director has had the idea of making a movie out of it.  There's shure some old silent movies about this topic but, hey what about a new one?
This story can definitely compete with "Braveheart" or "Robin Hood"!

After reading the book we already made a "casting" for this movie. These are the results:
Roland Emerich would be the perfect director for such a projekt!
And if Arnie Schwarzenegger was 20 years younger we even would have a perfect Tell! But we think Russel Crowe would fit as well. Furthermore: Sean Connery as Attinghausen, Jerermy Irons as Gessler and Veronica Ferres as Staufacherin (as there are no Superweiber in Hollywood we had to pick here a german actress - those hollywood-girls are way too thin for this role - sorry girls, your ally-mc-beal-diet wont help here!).

If someone has more or better Ideas, feel free to write a comment. And if someone knows Roland Emerich or any Hollywood producer personally, feel free to forward this post.

To all others: Read the book!
German version (theatre) available on: www.amazon.de
English version (novel) available on: www.amazon.com