Die Blaue
Ente, für viele in einem Atemzug nennbar mit Baby Schimmerlos, Coupe Soleil,
Lacoste-Poloshirts und sonstigem Cüpli-Kult aus dem goldenen Vorrezessionszeitalter
war in meinem Ausgangsuniversum lange Zeit in "sweet oblivion" versunken. Doch
das Relikt aus den 80er Jahren wo der hippe Werber aus dem Seefeld zu dinieren pflegte,
hat einen eleganten Sprung ins 21. Jahrhundert hingelegt.
Letzten
Samstag hat der Zufall uns wieder einmal dorthin verschlagen. Und die Überraschung
war gross! Offenbar hat der Gerant gewechselt. Das Essen wird von geschultem Personal
und nicht irgendwelchen ahnungslosen Möchtegernmodels serviert (eine wahre Rarität
in Zürich) und das Essen ist
- trotz manchmal etwas exotisch klingender Beschreibungen - phänomenal gut!
Ungewöhnliche kreative Küche empfängt
den der sich darauf einlässt, aber nicht so etepetete, dass man es nicht mehr essen
kann. Besonders zu empfehlen seien an dieser Stelle die Jakobsmuscheln in Kartoffelkruste,
die optisch an Wollknäuel aus Grossmutters Nähkästchen erinnern, deren Inhalt einem
aber auf der Zunge vergehen wie im Schlaraffenland. Auch der Burgunder Coq-au-vin
(vor allem der dazu gereichte Truffel-Kartoffelstock!) ist sehr zu empfehlen, diesen
hatte ich allerdings nur stiebizenderweise vom Teller meines Gegenübers gekostet.
Aber alles in allem: Gerne wieder!